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Leistungsbereich 05

Wärmebildanalyse

Thermografie macht Temperaturverteilungen sichtbar. Richtig vorbereitet und fachlich eingeordnet, kann sie Hinweise auf Wärmeverluste, Wärmebrücken und Auffälligkeiten der Anlagentechnik liefern.

Gebäude und Technik

Wärmebilder benötigen geeignete Bedingungen und Erfahrung.

An der Gebäudehülle können auffällige Bereiche an Fassaden, Fenstern, Anschlüssen oder Bauteilübergängen untersucht werden. In der Anlagentechnik lassen sich beispielsweise Wärmeverteilung, Leitungsdämmung, Heizflächen, Armaturen und Wärmeübertrager betrachten. Ein Wärmebild zeigt zunächst Temperaturunterschiede; die Ursache wird erst durch fachliche Bewertung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen geklärt.

01

Ausreichende Temperaturdifferenz

Für aussagekräftige Außenaufnahmen ist eine möglichst große und über mehrere Stunden stabile Differenz zwischen innen und außen erforderlich. Angestrebt werden etwa 20 Kelvin; je nach Aufgabenstellung gelten mindestens rund 10 bis 15 Kelvin als untere Orientierung.

02

Geeigneter Zeitpunkt

Günstig sind kalte, trockene und möglichst windarme Morgenstunden vor Sonnenaufgang. Direkte Sonneneinstrahlung und zuvor stark erwärmte Fassaden können Ergebnisse verfälschen.

03

Stabiler Gebäudezustand

Das Gebäude sollte vorher gleichmäßig beheizt sein. Fenster und Außentüren bleiben während der Messung geschlossen; unmittelbar vorheriges längeres Lüften ist zu vermeiden.

04

Dokumentierte Randbedingungen

Innen- und Außentemperatur, Witterung, Wind, Oberflächen und Messpositionen werden berücksichtigt. Spiegelnde Flächen, Feuchtigkeit und unterschiedliche Emissionsgrade können die Bewertung beeinflussen.

Untersuchungsbereiche

Gezielte Hinweise statt bunter Bilder

  • Wärmebrücken und auffällige Bereiche der Gebäudehülle
  • Fensteranschlüsse, Bauteilübergänge und mögliche Undichtigkeiten
  • Wärmeverteilung und Dämmzustand von Leitungen und Komponenten
  • Dokumentierte Wärmebilder mit nachvollziehbarer fachlicher Einordnung

Anwendungsbeispiele

Was Wärmebilder sichtbar machen können

Vergleichsansicht eines kleineren Wohngebäudes als Wärmebild und sichtbares Foto
Gebäudehülle

Thermische Auffälligkeiten an Bauteilanschlüssen

Die Gegenüberstellung von sichtbarer Fassade und Thermogramm zeigt unterschiedliche Oberflächentemperaturen. Auffällige Bereiche sind unter anderem an Fenstern, Anschlüssen, Geschossübergängen und am Dach erkennbar. Ob tatsächlich ein Dämmmangel vorliegt, wird erst anhand der Messbedingungen und der baulichen Situation fachlich bewertet.

Bild: „Termowizja“, Explorer1001, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons. Unveränderte Wiedergabe.

Thermogramm eines Heizkörpers bei einem Volumenstrom von 0,5 Litern pro Minute
0,5 l/min
Thermogramm eines Heizkörpers bei einem Volumenstrom von 2,0 Litern pro Minute
2,0 l/min
Anlagentechnik

Temperaturverteilung bei unterschiedlichem Volumenstrom

Die Thermogramme verdeutlichen, wie sich der Volumenstrom auf die Temperaturverteilung eines Heizkörpers auswirken kann. Eine deutlich ungleichmäßige Erwärmung kann Hinweise auf zu geringe Durchströmung, hydraulische Auffälligkeiten, Luft im System oder ungeeignete Betriebsparameter geben. Das Wärmebild allein ersetzt jedoch keine hydraulische und messtechnische Prüfung.

Abbildungen aus: D. Kotrys-Działak und K. Stokowiec, „Temperature Distribution Analysis on the Surface of the Radiator“, 2023, CC BY-SA 4.0, Politechnika Koszalińska. Ausschnitt aus Abb. 3.

Wichtig:

Thermografie ist eine Momentaufnahme. Sie ersetzt keine zerstörungsfreie oder bautechnische Detailprüfung, kann aber Auffälligkeiten lokalisieren und die weitere Untersuchung gezielt unterstützen.

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